Grundriss des kompletten Tonstudios

Das Studio

Studio B

105 m2 Studioraum plus 30 m2 Galerie

Regie

30 m2 Regieraum plus 2 Studiokabinen (Vocal und Drums)

Gebäude

Das Gebäude ist komplett mit schalldämmenden Materialien erstellt, wie 30 cm dicke Kalksandsteinmauern und Schallschutzfenstern und Türen. Also Schall von außen ist kein Problem. Alle Räume sind ebenerdig, falls mal jemand doch eine Original Hammond mit Leslie aufnehmen will ...

Ein Ausflug in die Akustik

Wenn man die Chance hat, ein Tonstudio neu zu bauen, kann man es doch eigentlich gleich richtig machen. Eine simple physikalische Grundregel für die optimale Raumakustik heißt SYMMETRISCH aber nicht PARALLEL. In vielen Theatersälen und Opernhäusern kann man diese reine Lehre wohl kaum realisieren, da hier die Raumnutzung, wie z.B die Unterbringung von (möglichst vielen) Konzertbesuchern keinen unerheblichen Einfluss auf die Architektur hat. Runde Räumlichkeiten haben zwar keine parallelen Wände, aber fokussieren Schallwellen auf einen Brennpunkt hin. Das ist also auch keine Lösung ... Wir haben diese kleine physikalische Herausforderung durch eine Verschachtelung von Dreiecken erreicht ... natürlich mit schrägen Dächern. Flatterechos gibt's hier "definitiv" nicht.

stehende Wellen bilden sich unter speziellen GegebenheitenDennoch Stehende Wellen sind leider auch mit einer dreieckigen Bauform nicht zu eliminieren! Sie sind ähnlich präsent wie in rechteckigen Räumen, nur eben sehr schwer zu berechnen. Wir haben weder im Internet noch in irgendwelcher Akustikliteratur Formeln dafür gefunden. Ein Freund (Mathematiker) meinte hier müsste man mit der Finite Elemente Methode weiter kommen, aber das haben wir dann mal nicht gemacht. Vorstellen kann man sich das aber eigentlich ganz einfach. Jeder weiß dass beim Auftreffen des Schalls auf eine Fläche der Einfallswinkel gleich dem Ausfallswinkel ist. Man muss sich jetzt einfach nur ein gleichwinkliges Dreieck vorstellen welches in dem Raumdreieck "drin liegt" (siehe Grafik) und die Wandwinkel jeweils gleich sind. Dies gilt natürlich nicht für jeden Abstrahlwinkel von einer punktförmigen Schallquelle aus gesehen. (Die Welle der schwarzen Pfeile ist symmetrisch und trifft nach 2 Reflektionen wieder zurück, die Welle der roten Pfeile verliert sich und wird schnell diffus.)

Wir sind das Problem lieber empirisch angegangen. Mit entsprechenden Messgeräten (Sound analyzer Brüel & Kjaer 2260 Investigator etc.) und einer Pistole waren wir in der Lage die frequequenzabhängige Nachhallzeit zu messen. Messergebnisse Beispiel

Hier ein kleines Beispiel der Messergebnisse. Die Raummoden Messung war noch etwas aufwändiger, da wir dazu den Raum jeweils mit einer tiefen Frequenzen (30 Hz bis 100 Hz in 5 Hz Stufen) "geflutet" haben und dann die Überhöhungen manuell ermittelt haben. Dies gab eine interessante Skizze mit Positionen wo entsprechende Frequenzen deutlich lauter waren als an anderen Stellen. Auch hier war natürlich die Position der Schallquelle nicht ganz unwichtig.

Das Ganze war aber unsere Basis für den Bau von Absorbern die genau diese unerwünschten Frequenzüberhöhung reduzieren sollen. Zu diesem Thema werde ich demnächst einiges an Material, wie Berechnungstabellen etc zur Verfügung stellen, falls jemand ähnlich akustische Probleme lösen will.